Turdus merula

Amsel

VVOFT0262 Turdus merula<br>
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Turdus merula,Amsel,Blackbird
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Exif Keywords: Natur, Nature, Animals, Tiere, Fauna, Voegel, Vogel, Bird, Fliegen, Fly, Aves, zoologie, zoology, federn, gefieder, feather, flying, animalia, tierreich
Exif ImageDescription: Turdus merula,Amsel,Blackbird

Die Amsel oder Schwarzdrossel (Turdus merula) ist eine Vogelart in der Gattung der Echten Drosseln. Sie gilt als die am weitesten verbreitete Drossel in Europa. Einst war die Amsel ein reiner Waldvogel. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sie sich auch in siedlungsnahen Parkanlagen sowie Gärten angesiedelt, was sie zu einem Kulturfolger werden ließ. Die Amsel erfreut sich wegen ihrer Nähe zu Menschen eines großen Bekanntheitsgrades. Auch der melodiöse Gesang, den die männlichen Amseln laut vortragen, gilt als besonders schön und eingängig....Erwachsene Männchen der Amsel sind einfarbig schwarz. Sie haben orangegelbe Schnäbel und leuchtend orangegelbe Augenringe. Männchen im ersten Jahreskleid weisen braune Jugendkleidfedern im Flügel auf. Weibchen sind einfarbig dunkelbraun, bräunlich bis dunkelgrau oder gar rostbräunlich. Ihre Unterseite ist unterschiedlich intensiv gefleckt. Vögel im Jugendkleid sehen den Männchen im ersten Jahreskleid sehr ähnlich, sind aber unterseits stärker gefleckt. Auch die auffälligen hellen Schaftstriche im Bereich des Rückens, der Schulterpartie und der Flügeldecken kennzeichnen junge Amseln.Im Jahreskleid ist das ganze Gefieder des Männchens schwarz bis braunschwarz. Unterseits, zum Teil auch auf Rücken und Schulter, sind die Federn mit einem grauen bis bronzenen Endsaum oder aufgehelltem Schaft gefärbt. Die Hand- und Armfedern können im Frühjahr ausgebleicht wirken. Die Oberseite des Weibchens ist variabel dunkelbraun oder olivgrau. Die Stirn ist meist etwas heller. Die Ohrdecken kontrastieren mit Dunkelbraun zu den weißlichen Schaftstrichen. Die Unterseite der Weibchen ist individuell sehr unterschiedlich gefärbt. Kinn- und Kehlebereich sind hell schmutziggrau bis rötlichbraun mit dunkleren Streifen. Die Brust ist braungrau, gelbbraun bis rotbraun und meist dunkelbraun gefleckt. In seltenen Fällen auch ungezeichnet. Der Bauch ist braun, graubraun oder grau, Flanken, Unterschwanzdecken sind dunkelbraun oder variabel olivgrau wie die Oberseite. Die Schwanzfedern sind dunkel- bis schwarzbraun. Die Schwungfedern sowie der restliche Oberflügel ist dunkelbraun....Die Amsel ist eine der größten heimischen Drosseln. Die etwas kleineren Weibchen sind zwischen 23,5 und 25 cm groß, die Männchen erreichen eine Größe von bis zu 29 cm und sind damit nur unwesentlich kleiner als die Misteldrossel als größte heimische Drossel. Die Flügellänge des Männchens liegt im Mittel bei 133 mm (Standardabweichung ± 2,3 mm) und beim Weibchen bei 128 mm (Standardabweichung ± 2,6 mm).Das Gewicht frisch geschlüpfter Nestlinge beträgt etwa sechs Gramm. Innerhalb der ersten zwölf Tage legen die Jungvögel auf etwa 64 Gramm zu. Ausgewachsene Vögel wiegen mit 84 (♀) bis 86 Gramm (♂) am Ende der Brutzeit während der Schwingenmauser am wenigsten. Das größte Gewicht erreichen die Amseln fast ausschließlich durch Fetteinlagerung im Winter. Je nach Verbreitungsgebiet legen die Vögel um bis zu 40 % an Gewicht zu. Der Gewichtsverlust im Frühjahr bedingt sich durch Fett- und Wasserabbau zu etwa gleichen Teilen. Während der Legezeit sind die Weibchen durchschnittlich etwas schwerer als die Männchen, sonst durchweg leichter. Beispielhafte Extremwerte auf der Vogelwarte Sempach (Schweiz) gefangener und beringter Vögel weisen eine Spanne zwischen 64 (♂) bzw. 58 (♀) Gramm (April) und 130 (♂, Oktober) bzw. 133 (♀) Gramm (Januar und August) auf....Der melodiöse Gesang der Amsel ist sehr häufig zu hören und daher vielen Menschen geläufig. Sie gilt als besonders begabt in der Erfindung und Variation von Strophen und Motiven, die für menschliche Ohren eingängig und gefällig wirken. An- und abschwellende Folgen von Drei- oder Vierklangmotiven, und ganze Liedfolgen werden vorgetragen. Gepaart mit Trillern und anderen Lauten ergibt sich ein sehr abwechslungsreicher Gesang. Die Amsel ist einer der ersten Singvögel, die im Frühjahr morgens zu hören sind. Kurz vor Sonnenaufgang beginnt sie ihr weithin hörbares Lied. Setzen die Gesänge anderer Arten ein, reduziert sie ihre Intensität, ist aber dennoch bis in die späten Morgenstunden zu hören. Während der intensiven Zeit im Mai und Juni singen sie oft auch spätnachmittags und abends, teilweise bis in die vollkommene Dunkelheit hinein.Der Reviergesang der Männchen setzt sich aus flötenden Tönen zu Beginn, kombiniert mit melodischen Strophen und einem „Anhängsel“ zusammen. Der Mittelteil enthält dabei häufig kurze Imitationen und Variationen anderer Vogelarten. So sind unter anderen Meisen-, Stieglitz-, Schwarzspecht- oder Grünlingslaute nachgewiesen. Jedes Männchen beginnt sein Lied etwas anders, was die Erkennung einzelner Individuen möglich macht. Das sogenannte Kontersingen, also das gesangliche Reagieren auf einen Kontrahenten oder Nachbarn, ist bei der Amsel ausgeprägt. Die am ähnlichsten klingende Strophe aus dem eigenen Repertoire wird mit entsprechenden eigenen Anfangselementen vorgetragen. Auch das „Anhängsel“ wird vielfältig in abgewandelter Form gesungen. Dabei ist der komplexe Aufbau dieser Anhängsel für das menschliche Ohr kaum aufzulösen, sondern wird erst bei Betrachtung von Sonagrammen in seinem vollen Umfang deutlich. Große Unterschiede in Tonhöhen innerhalb einer Sekunde, stark ausgeprägte Obertöne und diplophone Partien mit gegenläufigen Frequenzverläufen charakterisieren diese „Anhängsel“. Der individuelle Aufbau und die Länge der Strophen variieren stark. Zwischen 5 und 29 Elementen kann eine Strophe enthalten, durchsetzt mit Pausen zwischen wenigen hundertstel und einigen zehntel Sekunden, welche die Strophenelemente untereinander abgrenzen. In milden Wintern kann der Reviergesang bereits Mitte Februar einsetzen, wird jedoch bei erneuten Kälteeinbrüchen wieder aufgegeben. Mitte März beginnt langsam die Mehrzahl der Amseln zu singen. Höhepunkt des Gesangs ist bei feuchter Witterung zwischen Mai und Juni. Ab Mitte Juli ist er nur noch sehr sporadisch zu hören....Die Amsel ist in Europa die häufigste Vertreterin der Familie der Drosseln. Ihr Verbreitungsgebiet zieht sich jedoch bis in den Mittleren Osten und China. In den gemäßigten Zonen des nordwestlichen Afrikas und Europas kommt sie in den mediterranen Gebieten mit Hartlaubvegetation und Winterregen, nördlich bis in die südlichen borealen Nadelwaldzonen vor. Bis über 2.600 m ü. NN (Talassische Alatau) findet man die Amsel in den Hochland- und Gebirgswäldern des südwestlichen und mittleren Asien. Im Himalaya wurden schon Individuen zwischen 3.000 und 4.500 m ü. NN, im Extremfall sogar bis 5.300 m ü. NN beobachtet. Von dort erstreckt sich die Verbreitung ostwärts bis in den Süden der sommergrünen Laubwälder und die subtropischen Wälder Zentral- und Ostchinas....Einst ein scheuer Waldvogel, begann Mitte des 19. Jahrhunderts die Ausbreitung die Vororte und Zentren einiger Großstädte Europas. Dieser Prozess ist bis heute noch im Gange, speziell im östlichen Verbreitungsgebiet.Abgesehen von der Bindung an vegetationsfreie oder kurzrasige Böden für den Nahrungserwerb ist die Amsel sehr anpassungsfähig, weshalb einzelne Präferenzen oft nicht wahrnehmbar sind. Der Lebensraum der dunkelsten Drossel ist ursprünglich an die dunkelsten Stellen feuchter, unterholzreicher Wälder gebunden gewesen. Auch heute noch ist sie dort zu finden. Da sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen relativ gut sehen kann (ähnlich dem Rotkehlchen), entsteht dadurch eher ein Vorteil gegenüber Räubern. In mehr oder weniger vegetationsfreiem Humus sucht sie ihre Nahrung. Amseln sind am Waldrand ebenso häufig zu finden wie im Innern. Der Nahrungserwerb findet jedoch ausschließlich im Wald statt.Auch bei weniger natürlichen Verhältnissen bevorzugt die Amsel mehrschichtige Starkholzbestände sowie Nähe zu kleinen Deckungen. In den homogenen Wirtschaftswäldern kann es zu einer Konzentration von Brutplatz und Nahrungserwerb in Grenzgebieten kommen. Solche Grenzgebiete können ungleichaltrige Baumbestände, Lichtungen oder Waldränder sein. In Parkanlagen, Vorgärten oder Industriegebieten ist sie mittlerweile heimisch, immer gebunden an Laubgehölze, die jedoch bereits als eine kleine Hecke ausreichen. Reine Nadelwälder werden selten besetzt, in höheren Lagen wird die Amsel durch die Ringdrossel (Turdus torquatus) ersetzt. In Südeuropa ist sie, speziell in Italien wegen der teilweisen intensiven Bejagung, oft auf stark bewaldete Gebiete beschränkt. Im Spätherbst weicht die Amsel gerne auf Weinbaugebiete und Obstgärten aus, um das reichhaltige Nahrungsangebot zu nutzen. Bei fehlendem oder schwindendem Nahrungsangebot ist sie sehr schnell auch wieder verschwunden. Während des Winters verlegt die Amsel ihr Habitat von Wäldern und halboffenen Landschaften in besiedelte Grünzonen und Gärten. In strengen Wintern werden sogar geschlossene Ortskerne aufgesucht und selbst die Parkanlagen verlassen, hin zu Gärten und Wohnvierteln.Die Amsel ist ein Allesfresser. Sie ist ganzjährig auf tierische Nahrung, in zumindest kleinen Mengen angewiesen. Bei deren Knappheit frisst sie jedoch auch Beeren und Früchte. Hauptgrundlage des Nahrungsspketrums sind Regenwürmer, Käfer bis zur Größe von Maikäfern (Melolontha melolontha) und Ameisen. Weitere regelmäßig gefressene Beutetiere sind Nackt- und Gehäuseschnecken, Spinnen, Tausendfüßer, Blutegel sowie allgemein Insekten und deren Larven. Selten ergänzt sie ihre Nahrung durch Strudelwürmer, kleine Fischchen, Lurche, kleine Eidechsen, Blindschleichen, Mäuse und Spitzmäuse. Es wurden auch schon Amseln beobachtet, welche junge Ringelnattern erbeutet haben. Gelegentlich räubert die Amsel auch in Nestern kleinerer Drossel- und Finkenvögel sowie deren Jungvögel. Ganzjährig wird die tierische Nahrung durch Beeren und Früchte sowie Pilze ergänzt. Kleine Rasenameisen werden oft zur Fütterung von Dunenjungen und flüggen Jungvögeln genutzt. Anders als die übrigen Drosselarten scheut die Amsel in Notzeiten auch keine Abfälle oder Tierfutter und ist regelmäßig an Fütterungsorten zu beobachten. Während der Brutzeit ernährt sich die Amsel fast nur von tierischer Nahrung. Hierbei spielt der Regenwurm eine zentrale Rolle. Ab Mitte Mai beginnt sie mit dem Verzehr der ersten Früchte (Erdbeeren, später Felsenbirnen, Traubenholunder, Traubenkirsche, Süßkirsche, und weitere). Auch den Nestlingen wird schon früh pflanzliche Nahrung zugefüttert, so etwa die Beeren des Efeus (Hedera helix) sowie die unterschiedlichsten Früchte. Die Amsel ist in ihrer Nahrungswahl sehr anpassungsfähig. Ist tierische Nahrung knapp, ernährt sie sich ab Ende Juli/Mitte August von frühreifen Früchten, welche im Oktober und November die Nahrung dominieren. Die Amsel ist unter den Drosseln der vielseitigste Vertreter, welcher Früchte in diesem Umfang zu sich nimmt. Früchte werden in der Folge ihres Reifeprozesses und abhängig vom Zuckergehalt gefressen. Wird das Angebot an Früchten weniger, geht sie wieder zum Verzehr von kleinen Wirbellosen über.Da im Winter kaum Früchte zur Verfügung stehen, ernährt sich die Amsel hauptsächlich von tierischer Nahrung. Daher ist die Zufütterung von Obst in urbanen Bereichen eine bei der Amsel beliebte Bereicherung. Ab Februar gibt es dann die Beeren des Efeus, welche bis Anfang April fast die einzige pflanzliche Nahrung bilden. Aus diesem Grund frisst die Amsel dann auch Samen, die jedoch kaum verdaut werden können. Für den Menschen giftige Früchte wie die des Seidelbasts (Daphne sp.), der Tollkirsche (Atropa belladonne) oder der Eibe frisst die Amsel, ohne darunter zu leiden. Beispielsweise ist die Atropintoleranz tausendfach höher als beim Menschen. Verschiedene Untersuchungen des Mageninhalts ergaben ein sehr reichhaltiges Nahrungsspektrum. So wurden beispielsweise bei einer Auswertung bei Halle 209 verschiedene Beutetierarten gefunden. Mehr als die Hälfte waren Käferarten.Die Amsel wird normalerweise im Frühjahr des zweiten Kalenderjahres geschlechtsreif. Innerhalb einer Brutsaison führen Amselpaare eine monogame Beziehung. Ziehende Individuen beginnen sofort nach ihrer Rückkehr mit der Balz und Partnersuche. Ende Februar oder im März – in Städten tendenziell früher – können die Winterreviere zu Brutrevieren werden. Diejenigen Amseln, die ihr Revier im Herbst oder Winter aufgegeben haben, versuchen es wieder in Besitz zu nehmen, rückt die Brutzeit näher. Amseln, die das erste Mal brüten, versuchen sich zwischen bestehenden Revieren ein eigenes aufzubauen oder aber Reviere zu erobern.Zweitbruten sind bis in den Sommer möglich. Es wird dann das gleiche Nest benutzt, falls die erste Brut erfolgreich war. Adulte Weibchen jedoch wechseln den Brutort etwa dreimal häufiger als männliche Adulte, was die Inzuchtgefahr verringert. Bei starker und zunehmender Dichte steigt die Wahrscheinlichkeit kleinräumiger Standortwechsel und Revierverschiebungen. Viele der adulten Männchen suchen sich bereits im Winterquartier eine Brutpartnerin, indem sie Weibchen verfolgen und deren Konkurrenten zu verdrängen versuchen. Die früheste Paarbildung unter Stadtamseln kann ab Mitte November, erste feste Paare können ab der zweiten Hälfte im Dezember beobachtet werden. Normalerweise finden sich die Paare aber erst zu Ende des Winters und Anfang des Frühlings zusammen. Die Balz dagegen beginnt immer erst ab März und niemals im Winterquartier. Außerordentlich balzfreudig sind Amseln von März bis Mai, vor allem nach dem morgendlichen Reviergesang. Was den Niststandort angeht, scheiden sich Expertenmeinungen. Ob der Nistplatz alleine vom Weibchen, auf einen Vorschlag des Männchens oder aber in Zusammenarbeit gefunden wird, ist nicht klar. Es scheint jedoch, dass sich das Weibchen für einen der vom Männchen vorgeschlagenen Nistplätze entscheidet. Ist das Weibchen mit dem Brutteritorium nicht zufrieden, gibt es den Standort auf.Amseln sind sehr anpassungsfähig, was den Neststandort angeht. Meist wird das Nest auf einer festen Unterlage errichtet und von oben, zum Beispiel durch Zweige und Blätter geschützt. Meist sind die Nester sehr gut versteckt, in undurchdringlicher Bodenvegetation oder dichten Hecken. In halboffenen und offenen Landschaften brütet die Amsel gerne in Sträuchern (häufig Holunder Sambucus sp.), Asthäufen oder direkt am Boden. Je dichter das Laub steht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dort auch Amseln zu finden. Ist neben der Belaubung auch feuchtes und dunkles Untergehölz vorhanden, so entspricht dies dem Idealstandort eines Amselnests. Selten werden auch natürliche Halbhöhlen in Bäumen, Nistkästen, Entenkörbe sowie Tauben- oder Corvidennester gewählt. In urbanen Regionen bevorzugt die Amsel strukturierte Hauswände und Mauern, die noch vor der Begrünung als Revier besetzt werden. Auch in Gärten ist sie häufig in immergrünen Gehölzen zu finden. Der Standort der Nester ist meist in Bodennähe zu finden. Die systematische Suche nach einem geeigneten Standort fängt also am Boden an und setzt sich in die Höhe fort. In Mitteleuropa liegt die durchschnittliche Nesthöhe bei etwa 1,3 m über dem Boden. Bei zunehmender Belaubung und damit auch deren Nutzung wird auch höher gebaut. Nester in mehr als 7 m über Boden sind selbst in Siedlungen Ausnahmen. In Einzelfällen sind Nester in Höhen jenseits der 20 Meter ebenfalls schon dokumentiert worden. Gerade in Siedlungsgebieten sind auch sehr auffällige und eigentümliche Neststandorte möglich. Folgende Beobachtungen wurden bereits gemacht: so zum Beispiel in Laternenpfählen, Schrotthaufen, auf dem Luftansaugstutzen eines Traktors, im Motorraum von Autos, in einem Flugzeug, in fahrenden Kränen und Eisenbahnwagen, auf Rolladenkästen, in Kathedralen, Bahnhof- und Lagerhallen, auf dem Firstbalken unter dem Dach oder Balkonkästen.Hauptsächlich besteht das Nest aus Zweigen, manchmal auch aus feuchter Erde, groben Halmen, Wurzeln, Moos, gelegentlich auch Flechten, Bast- oder Rindenstücken. Der Aufbau, der das Nest von oben schützen soll, wird aus dünneren Halmen, Würzelchen, Laub und Moos erstellt. Die Mulde, in welche die Eier gelegt werden, wird mit feuchtem Schlamm, Erde oder Lehm geformt und mit feinstrukturierten Halmen und Zweigchen ausgekleidet. Das Äußere des Nests besteht nicht selten aus weggeworfenem menschlichen Müll, wie Papier, Kunststoff oder Textilien, Schnüren oder Holzwolle. In Form und Größe variieren die Nester je nach Standort. Je fester die Unterlage desto größer und schwerer kann das Nest werden. Durchschnittswerte von Nestern mit einem vollen Gelege: • Außendurchmesser 146 x 168 mm • Muldendurchmesser 94 x 103 mm • Muldentiefe 50−85 mm • Nesthöhe 80−187 mm • Wand- und Bodenstärke zwischen 18 und 50 bzw. 9 und 53 mm • Trockengewicht 50–530 g Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen gebaut, begleitet vom Männchen, welches das Revier überwacht. Wird das Männchen gestört, warnt es das Weibchen durch Aussetzen des leisen Balzgesangs. Nistmaterial wird vom Weibchen fast nur vom Boden aufgesammelt und mit vollem Schnabel zum Neststandort transportiert. Hat die Unterlage eine gewisse Festigkeit, platziert sich das Weibchen in die Mitte, stützt sich auf die gespreizten Flügel und tritt mit den Füßen das Nistmaterial nach oben, so dass sich die formende Mulde verfestigt. Ist das Weibchen mit dem Rohbau fertig und zufrieden, sammelt es in nahem Umkreis Erde oder Lehm, befeuchtet es gegebenenfalls mit Wasser und kleidet so sein Nest weiter aus, bis eine harte Schicht entsteht, welche es dann auspolstert. Nach zwei bis fünf Tagen und etwa 300 Flügen, bei denen Nistmaterial transportiert wird, ist das Nest meist fertiggestellt.Nach der Fertigstellung des Nestes legt das Weibchen nach zwei Tagen das erste Ei. Die Ablage der Eier erfolgt normalerweise in einem Intervall von 24 Stunden, manchmal jedoch auch unregelmäßig. Die weibliche Amsel lässt ihre Eier auch über Nacht nicht unbewacht, häufig kommt es sogar vor, dass sie mit der Brut beginnt, kurz bevor das erste Ei gelegt wird, und das Nest nicht mehr verlässt. Meistens beginnt die Bebrütung nach Ablage des dritten Eis. Die Brutdauer von der Ablage des letzten Eies bis zum Schlüpfen des letzten Jungen beträgt zwischen 11 und 16 Tage. Je später die Brut, desto kürzer kann diese Zeitspanne werden. Bis alle Küken geschlüpft sind, dauert es ein bis drei Tage.Die Eier sind meist oval bis kurzoval, mitunter leicht elliptisch. Die Schale weist fast keinen Glanz auf. Farbe und Zeichnung kann sehr unterschiedlich sein, wobei die Grundfarbe frischer Eier immer grün ist, oft aber dann ausbleicht. Die Fleckung ist meist klein. Selten können die Eier auch gar keine Fleckung aufweisen. Die Maße der Eier sind geographisch fast konstant und belaufen sich auf etwa 29,3 mm x 21,4 mm im Schnitt. Das Gewicht frisch gelegter, voller Eier beträgt zwischen 5,365 und 9,115 g. Das Schalengewicht schwankt zwischen 0,315 und 0,530 g. Zwischen zwei und sieben Eiern werden vom Weibchen gelegt. Normalerweise sind es vier bis fünf, am Ende der Brutzeit oft auch nur drei, manchmal zwei oder sechs, sehr selten sieben. Am meisten Eier enthält das Nest, wenn das Weibchen zwischen Mitte Mai und Anfang Juni die Eier legt. In natürlichen Lebensräumen beginnt das Weibchen selten vor Mitte März und nach Anfang Juli mit dem Eierlegen. Stadtamseln beginnen ein wenig früher. Die erfolgreiche Aufzucht von drei Bruten umfasst mindestens 99 bis 104 Tage, beginnend mit dem Nestbau und endend mit dem Ausfliegen der Drittbrut. Wird die erste Brut erfolgreich abgeschlossen, beginnen die meisten Amselpaare eine Zweitbrut, zumindest in den Habitaten bis in 1.500 m ü. NN. In urbanen Regionen sowie den meisten Niederungen kommt es auch häufig zu Drittbruten. Es sind auch Einzelfälle bekannt, bei denen ein Paar mehr als drei Bruten erfolgreich bestritten hat, so zum Beispiel erfolgreiche sechs Bruten in den Niederlanden.Amseln werden in freier Wildbahn vier bis fünf Jahre alt.Amseln liegen manchmal wie tot auf Sand, Erde oder Gras, die Flügel gespreizt, den Schwanz gefächert. Der Schnabel ist geöffnet und das Kleingefieder aufgeplustert. Sie wirken dann teilweise wie „weggetreten“. Es handelt sich hier nicht um eine Angst- oder Abwehrreaktion, sondern um ein ausgiebiges Sonnenbad. In diesem Zustand kann man sich dem Vogel häufig eher nähern, als wenn er seinen „normalen Aktivitäten“ nachgeht. (vgl. „Die Amsel“ von Burkhard Stephan im Literaturnachweis). Bei großer Hitze, besonders im Nest unter dem Dach, fliegt das Weibchen zur Wasserstelle, trinkt und plustert dann sein Bauchgefieder im Wasser. Danach fliegt es direkt zu den Jungen aufs Nest, um die Brut mit dem Wasser im Gefieder zu kühlen. Quelle:Wikipedia



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