Geronticus eremita

Waldrapp

Geronticus eremita, Waldrapp, Northern bald ibis
code: VVOFT0366
Geronticus eremita, Waldrapp, Northern bald ibis
code: VVOFT0362


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Exif ImageDescription: Geronticus eremita, Waldrapp, Northern bald ibis

Der Waldrapp (Geronticus eremita), auch Europäischer Ibis, Schopfibis, Klausrapp oder Klausrabe (wegen seiner früheren Nistplätzen in Klausen und Burgen) genannt, gehört zur Familie der Ibisse. Nächster Verwandter ist der zur gleichen Gattung gehörende Glattnackenrapp. Der Waldrapp war einst ein in Europa häufiger Vogel, der in Frankreich, in der Schweiz, in Deutschland, Österreich (zuletzt dort in der Steiermark), Spanien und im Westen des Balkans beheimatet war. Im 17. Jahrhundert starb der Vogel in Mitteleuropa aufgrund intensiver Bejagung aus. Heute laufen verschiedene Wiederansiedelungsversuche, um den Waldrapp als Brutvogel in Europa wieder zu etablieren. In freier Wildbahn lebten im Jahr 2005 etwa 450 Vögel, in Gefangenschaft wurden etwa 2.000 Vögel gehalten.Der Waldrapp hat als erwachsenes Tier ein nacktes, rotes Gesicht und einen ebenfalls roten, langen, nach unten gebogenen Schnabel. Der Hinterkopf und der Nacken weisen verlängerte Federn auf, was zu der Bezeichnung Schopfibis oder Mähnenibis geführt hat. Das Gefieder ist schwarz mit grünem Metallschimmer, die mittleren Oberflügeldecken schillern jedoch rötlich. Das Gewicht eines ausgewachsenen Waldrapps beträgt bis zu 1,4 Kilogramm. Er erreicht eine Körperlänge von 65 bis 67 Zentimeter und hat eine Lebenserwartung von etwa 15 bis 20 Jahren. Waldrappe weisen keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf. Die Weibchen sind lediglich etwas kleiner und leichter als die Männchen.Der Waldrapp ist ein geselliger Vogel, der den engen Kontakt zu Artgenossen sucht und sich zu Kolonien von mehreren Dutzend bis über hundert Exemplaren zusammenschließt. In Zoos gehaltene Einzelpaare kommen regelmäßig nicht zum Brüten. Brutstimmung entsteht erst innerhalb einer Kolonie.Zu dem Verhalten des Waldrapps gehört ein ausgedehntes Begrüssungsritual. Dazu werfen Männchen wie Weibchen den Kopf mit aufgestellten Schopf in den Nacken und verbeugen sich unter chrup chrup-Rufen dann voreinander. Dabei wird dem Gegenüber die individuelle Kopfzeichnung präsentiert. Dieses Verbeugeritual wird mehrfach hintereinander wiederholt. Das Grüßen eines Pärchens löst in der gesamten Waldrapp-Kolonie das Grüßritual aus.Die Nahrung des Waldrapps besteht aus Insekten und deren Larven, Würmern, Heuschrecken, Spinnen, aber auch aus kleinen Säugetieren, Reptilien und Amphibien sowie aus pflanzlicher Nahrung. Seine Nahrung sucht der Vogel, indem er mit seinem robusten und gebogenen Schnabel im Boden stochert. Auf dem Wiederansiedelungsgelände in Österreich sucht er frisch gemähte Wiesen, Feucht- und Auwiesen sowie Uferböschungen und Weiden auf. In Afrika ist er während der Nahrungssuche auch in Trockensteppen und Halbwüsten zu sehen.Es findet nur eine Brut pro Jahr in den Monaten März bis Juni mit 2-4 Eiern statt. Brutkolonien finden sich in Felswänden und an Steilküsten. Nester werden aus Zweigen, Gras und Blättern in Felsnischen gebaut. Am Nestbau beteiligen sich beide Geschlechter. Die Brutzeit beträgt 27 bis 28 Tage. Nach 45 bis 50 Tagen, in denen die Jungtiere auch von anderen Alttieren der Kolonie gefüttert werden, sind sie flügge, verbleiben jedoch noch längere Zeit bei den Eltern, um die Nahrungsbeschaffung zu erlernen. Zwischen 1994 und 2004 schwankte die Zahl der in Freiheit erfolgreich aufgezogenen Jungtiere zwischen 0,6 und 1,6 Jungtiere pro Brutpaar....Von der Spätantike bis in die frühe Neuzeit war der Waldrapp nicht nur in ganz Nordafrika und dem Nahen Osten verbreitet, sondern kam auch in Italien, auf dem Balkan bis nach Ungarn und weiter bis in den Alpenraum und nach Süddeutschland vor....In Zoos gibt es aber wieder mehr als 2000 Tiere (2005), die sich auch gut fortpflanzen, so dass genügend Tiere zur Auswilderung zur Verfügung stehen. Wegen des geringen Weltbestandes führt die IUCN den Waldrapp aber noch als "vom Aussterben bedroht".Quelle:Wikipedia



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