Tadorna tadorna

Brandente

Tadorna tadorna, Brandente, Shelduck
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Tadorna tadorna, Brandente, Shelduck
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Die Brandgans (Tadorna tadorna) ist eine Art aus der Familie der Entenvögel. Sie gehört zur Unterfamilie der Halbgänse (Tardorninae), die in der Ausprägung charakteristischer Familienmerkmale zwischen echten Gänsen und typischen Enten stehen. Aus diesem Grund findet man, in der Regel in älterer Literatur, auch noch die Bezeichnung Brandente für diesen Vertreter der Halbgänse, zu denen in Mitteleuropa nur noch die Rostgans und Nilgans gezählt werden.Die Brandgans kann als große Ente mit gänseartiger Gestalt beschrieben werden und ist mit ihrer auffallend kontrastreichen Färbung des Gefieders unverwechselbar. Brandgänse werden 58 bis 71 cm lang und haben eine Flügelspannweite von 110 bis 133 cm. Im Gegensatz zu den Enten unterscheiden sich die beiden Geschlechter der Brandgans in der Gefiederfärbung nur unwesentlich. Im überwiegend weißen Gefieder ist das rotbraune Brustband beim Weibchen etwas schmaler als beim Männchen. Kopf und Vorderhals schillern bei beiden im Prachtkleid schwarzgrün, die Handschwingen sind schwarz gefärbt. Auffallend ist beim Männchen der rot gefärbte Schnabelhöcker, der sich beim einjährigen Tier etwa im März innerhalb von wenigen Tagen entwickelt....Brandgänse brüten an den europäischen Atlantikküsten bis hinunter in die Biskaya, darüber hinaus an den Küsten der westlichen Ostsee sowie im Bereich des Kaspischen Meeres. Sie überwintern rund ums Mittelmeer. In Deutschland ist die Brandgans vorwiegend Brutvogel im Küstengebiet und auf den Inseln der Nordsee und der westlichen Ostsee. Als Brutvogel hält sie sich im wesentlichen an die Meeresküste, dringt aber auch auf der Suche nach geeigneten Bruthöhlen weit landeinwärts vor. Diese Ausdehnung in das Binnenland hängt in Mitteleuropa wohl auch mit der allgemeinen Bestandsentwicklung dieser Tierart zusammen. Regelmäßige Brutvorkommen im Binnenland gibt es zum Beispiel in den Rieselfeldern bei Münster (seit 1985) und vor allem am Niederrhein (seit 1961). Außerhalb der Brutzeit trifft man vor allem junge Vögel hin und wieder auf den größeren Gewässern in ganz Deutschland an. Im Wattenmeer der deutsch-niederländischen Nordseeküste überwintern große Scharen. Bevorzugte Überwinterungsräume liegen bei Wangerooge und Mellum, im Jadebusen und an der Westküste Schleswig-Holsteins. Der Verbreitungsschwerpunkt der Brandgans liegt in Westeuropa. Im riesigen asiatischen Verbreitungsgebiet kommt sie nur inselartig vor.Anzutreffen ist die Brandgans überwiegend an den Meeresküsten. In Nordwest-Europa bevorzugen diese Vögel außerhalb der Brutzeit von den Gezeiten nicht oder nur wenig beeinflusste Sand- und Schlammflächen. Zur Brutzeit halten sich die Tiere meist in Buchten, Bodden und Flussmündungen auf und nur ausnahmsweise an der freien Meeresküste. Als Nahrungsbiotope dienen den Brandgänsen vor allem das Watt, Schlickbänke in Flussmündungen und Seichtwasserlagunen.Als Nahrung nimmt die Brandgans vor allem kleine Schnecken, Muscheln und Würmer, seltener Insekten und Wasserpflanzen auf. Die überwiegende Nahrung im deutschen Wattenmeer bilden Herzmuscheln (Cardium edule), während an der britischen Nordseeküste Wattschnecken (Hydrobia ulvae) und an den Salzseen Südosteuropas und Sibiriens Salinenkrebse (Artemia salina) eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus werden aber auch Algen und im Winter Sämereien auf Feldern gefressen.Das Verhalten der Brandgänse ist weitgehend von den Gezeiten abhängig. Die Vögel suchen bei Niedrigwasser Nahrung und ruhen bei Hochwasser auf Sandbänken, Dünen oder Strandwiesen. Die Bewegungen der Brandgänse im Flug ähneln denen der Gänse. Die Tiere fliegen gewöhnlich niedrig. Große Scharen fliegen meist in unregelmäßigen Linien- oder Bogenformationen; die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit ziehender Brandgänse beträgt 95 km/h und kann bei günstigen Windverhältnissen bis 195 km/h betragen. Beim Nahrungserwerb durchseiht die Brandgans im Vorwärtsschreiten unter seitlicher Pendelbewegung des Kopfes das Wasser jeder Pfütze oder durchpflügt die Wasseroberfläche im Schwimmen mit dem Schnabel, um so treibende Nahrung aufzunehmen. Besonders charakteristisch sind die angeborenen, schon von eintägigen Küken gezeigten Trampelbewegungen, mit denen die Tiere die im Sand eingegrabenen Muscheln und Schnecken freilegen. Nistplatz und Nahrungsreviere der Brandgans sind voneinander getrennt. Dabei können die Nester mehrerer Paare dicht beieinander liegen, während die Nahrungsreviere bis zu 3 km vom Nistplatz entfernt liegen und nicht nur gegen Artgenossen, sondern auch Schwimmenten, Blässhühner, Möwen und sogar erfolgreich gegen Säugetiere verteidigt werden. Außerhalb der Brutzeit sind Brandgänse ausgesprochen gesellig. Bei Gefahr wird das Gelege vom Weibchen mit Dunen bedeckt, bevor es sich in den hinter dem Nest verbleibenden freien Raum der Nisthöhle zurückzieht oder eine in der Nähe liegende Fluchthöhle aufsucht. Die Jungvögel verbergen sich bei Gefahr in der Vegetation oder tauchen auf dem Wasser weg, während beide Eltern versuchen, den Räuber zu verleiten. Mausernde Altvögel tauchen bei Gefahr.In Europa ist die Brandgans Strich- und Zugvogel. Die Überwinterungsgebiete der europäischen Population liegen in der südlichen Nordsee - solange es nicht zu einer Eisbildung auf dem Wattenmeer kommt - und den britischen Gewässern, an der Atlantikküste Frankreichs, Spaniens und Portugals sowie an den Küsten des westlichen und östlichen Mittelmeers. Bis an die Atlantikküste ziehen vor allem juvenile Brandgänse aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich, während die Altvögel zum größten Teil nicht über die Kanalküste hinausziehen und, solange nicht allzu strenger Frost eintritt, in großer Zahl in der südlichen Nordsee ausharren. Die Brandgans zieht fast ausschließlich bei Nacht über Land.Wie bei anderen Entenvögeln, aber zum Beispiel auch bei den Lappentauchern und Rallen, fallen bei den Brandgänsen während der Mauser die Schwungfedern gleichzeitig aus, so dass die mausernden Vögel vorübergehend flugunfähig sind. Die Tiere müssen also vor der Mauser geschützte und auch nahrungsreiche Gebiete aufsuchen. Das weitaus bedeutendste dieser als Mauserzentren bezeichneten Gebiete liegt auf den Sandwatten des Großen Knechtsandes zwischen Weser- und Elbmündung und auf Trischen, einer schleswig-holsteinischen Vogelschutzinsel vor der Meldorfer Bucht. An diesen Mauserzentren treffen sich die Brutvögel der gesamten europäischen Population (England, Irland, Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Polen und den baltischen Staaten). Sogar Brutvögel aus der Camargue wandern über das europäische Binnenland bis in die südliche Nordsee. Während des Mauserhöhepunktes Mitte August können auf dem Großen Knechtsand bis zu 100.000 Tiere angetroffen werden. Eröffnet wird der Abzug in das Mauserquartier im Juni, meist von den noch nicht geschlechtsreifen Vögeln im 2. Kalenderjahr. Erst vierzehn Tage später setzt der Mauserzug der Brutvögel ein, die ihre Dunenjungen in von einzelnen Altvögeln betreuten Kindergärten zurücklassen. Den Zug von den Brutgebieten in die Mauserzentren legen die Vögel offenbar auf dem direktesten Wege zurück, so folgen zum Beispiel die Vögel aus dem Westen der Britischen Inseln nicht der Küste, sondern überqueren Großbritannien direkt und überwinden dabei bis zu 800 m hohe Berge. Mitte August verlassen die ersten frisch vermauserten Brandgänse die Mauserplätze. Sie verteilen sich in den umliegenden Gebieten des Wattenmeeres und ziehen zum Teil zurück in die Brutgebiete, viele bleiben aber auch bis zum Frühjahr in der südlichen Nordsee. Dass der Große Knechtsand so einen idealen Mauserstandort für die Brandgans bietet, liegt vor allem an den großen Schlick- und Sandbänken, die bei Niedrigwasser frei liegen, und daran, dass er auch bei stürmischer See ruhige Flachwasserzonen aufweist, so dass die Tiere jederzeit genügend Nahrung in diesem von Menschen und Raubtieren geschützten Gebiet finden.Die partnerschaftliche Bindung der Brandgänse ist von langer Dauer. In Gefangenschaft kann sie lebenslang halten. Die Paarbildung findet in den Jungvogelgruppen Anfang April im ersten Lebensjahr statt. Geschlechtsreif werden die Vögel mit 22 Monaten. Bei den Brandgänsen ist starke Ortstreue die Regel, viele Nistplätze werden seit rund dreißig Jahren besetzt. Die Brutpaare beginnen sich im Februar von den Jungvogelgruppen abzusondern. Brandgänse sind Höhlenbrüter und suchen als Neststandort bevorzugt Kaninchenbaue und sonstige Erdlöcher in Dünnen, Dämmen oder Uferböschungen auf. Wichtig für die Wahl des Neststandort ist es, dass dieser von den Vögeln rasch und gut gedeckt zu erreichen ist und dass Fluchthöhlen in der näheren Umgebung vorhanden sind. Die enge Röhre des Kaninchenbaus wird durch die Gänse ausgescharrt. Fehlen im Brutgebiet geeignete Höhlen, werden von den Brandgänsen auch mehr oder weniger offene Stellen unter Sträuchern angenommen. Die Eiablage beginnt in der Regel neun Wochen nach Wiederbesetzung des Nistplatzes. 8 – 12 Eier werden vom Weibchen gelegt. Relativ häufig kommt es auch zu Mischgelegen von mehreren Weibchen mit bis zu 50 Eiern in einem Gelege. Sogar artübergreifende Mischgelege mit Mittelsägern werden gelegentlich beobachtet. Die Brutdauer beträgt 28-29 Tage, die Jungtiere können schon nach 42 bis 44 Tagen flugfähig sein. Besonders ab Mitte Juli werden immer mehr Junge in so genannten Kindergärten zusammengefasst und zunächst von einem Paar, später nur noch von einem Altvogel betreut. Diese Kindergärten können bis zu 100 Jungvögel zählen. Übernommen werden sie häufig von Altvögeln ohne Bruterfolg. Solche Pflegeeltern zeigen noch Ende September keine Anzeichen von Mauser Quelle:Wikipedia



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